SIKADEN®-Beutel und -Folien

Zum Abfüllen von Additiven bei der Herstellung z.B. von Gummi- und PVC-Produkten.

Details

Beutelsorte Schmelzpunkt Vicat-Punkt
SIKADEN®900 87°C 65°C (1kg)
SIKADEN® 700 73°C 55°C (1kg)
SIKADEN® 600
70°C 45°C (1kg)
SIKADEN® 500 60°C 35°C (1kg)

Einfärbung: transparent oder transparent-farbig

Format: ab 40mμ

Ausführung: lose oder geblockt

Nahtart: mit Seitennaht oder Bodennaht

Bedruckung:  schwarzer Kennzeichnungsdruck

Wissenswertes

Elastomere und PVC werden nur in seltenen Fällen ohne vorherige Zugabe von Hilfsstoffen verarbeitet. Im Allgemeinen muss vor der Verarbeitung ein Compoundier-Schritt vorgeschaltet werden. Dabei kommen eine Vielzahl von Additiven und Zuschlagstoffen der unterschiedlichsten Art zum Einsatz. Darüber hinaus hat jede Anwendung ihre eigene Mischung.

Die Fülle von Mischungen, die auf unterschiedlichen Rezepturen beruhen, wird häufig von Compoundier-Betrieben hergestellt. Aber es gibt auch eine Reihe von PVC- und Elastomerverarbeitern, die ihre Mischungen selbst erstellen.

Es gibt unterschiedliche Systeme des Abfüllens und der Zugabe der entsprechenden Hilfsstoffe während des Compoundiervorgangs:

  • Abwiegen und Einfüllen der Additive in Eimer. Diese werden dann in den Mischer bzw. Kneter entleert. Nachteil ist hier, daß zum einen beim Einwiegen die im Eimer zurückbleibenden Mengen berücksichtigt werden müssen, und zum anderen nach dem Säubern der Eimer chemikalienbelastete Abwässer anfallen, die entsprechend entsorgt werden müssen.
  • Automatische Dosiereinrichtungen:Aufgrund der Vielzahl an Additiven und Mischungen mit zum Teil nur sehr geringen Mengenzugaben, ist nur in wenigen Fällen der Aufbau einer Dosierstation unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich.
  • Abwiegen und Einfüllen der Additive in Beutel. Auch diese werden dann in den Kneter bzw. Mischer entleert. Die Nachteile sind die Gleichen wie beim Eimer. Anstelle belasteter Abwässer fallen Beutel an, die als Sondermüll entsorgt werden müssen.

Eine Alternative stellt das Zugeben des gesamten Beutels mit Inhalt dar. Dadurch fällt weder zu entsorgender Abfall an, noch gibt es Probleme beim Einwiegen der Additive.

Jedoch sind die bei der PVC- und Elastomer-Compoundierung üblichen Temperaturen niedriger als 100°C. Dadurch, ebenso wie aufgrund der geringen Verträglichkeit, ist es nicht möglich Beutel aus Polyethylen oder Polypropylen zu verwenden.

Eine Lösung stellt die Verwendung von Beuteln aus EVA, EMA oder Butylkautschuk dar. Beutel aus diesen Polyethylen-Derivaten haben einen genügend niedrigen Schmelz- und Vicat-Erweichungspunkt, und sind mit PVC und Elastomeren gut bis sehr gut verträglich. Butylkautschuk-Beutel sind darüber hinaus auf die gleiche Weise vernetzbar wie die Gummimischung, in die sie gegeben werden.

Selbst Elastomermischungen für Höchstdruckschläuche zeigen bei Zugabe von EVA-, EMA- oder Butylkautschuk-Beuteln keine Änderung des vorgegebenen Eigenschaftsprofils.

Als Standardbeutel für die Elastomer- bzw. PVC-Compoundierung hat sich inzwischen der Beutel der SIKADEN 700-Serie herauskristallisiert. Er besteht aus EVA mit 28 Gew.% Vinylacetat-Anteil und hat einen Schmelzpunkt von ca. 73°C.

Für das Heißabfüllen von hochviskosen Ölen eignet sich aufgrund der höheren Stabilität der SIKADEN 900-Beutel mit einem Schmelzpunkt von ca 87°C.

Für Spezialanwendungen kommen EMA-Beutel der Serien SIKADEN 600 zum Einsatz. Deren Erweichungs- und Schmelzpunkte sind so niedrig, daß im Sommer besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen, damit nicht schon beim Transport oder der Lagerung die Beutel aufweichen und sich zu einem Klumpen verformen.

Anwendungen sind:

  • Abfüllen von Pigmenten für die Herstellung von eingefärbten PVC- Pasten
  • Zugabe von Vernetzungsmitteln mit Hilfe dieser Beutel, die innerhalb von 45 Sekunden homogen in der Gummimischung verteil sein müssen
  • Besonders hohe Anforderungen an die Verträglichkeit mit der Mischung, insbesondere wenn andere Elastomere als EPDM und EPM zum Einsatz kommen.